Ein wichtiger Impulsgeber für unsere Profession


Von Michael Kleineberg

Meine erste Begegnung mit Peter Schirmbacher war in einer Vorlesung zum Informationsmanagement im Rahmen meines Bachelorstudiums am Institut für Bibliotheks- und Informationswissenschaft. Er hatte mit Leidenschaft und Engagement über die Bedeutung von Informations- und Kommunikationstechnologien für die Gesellschaft und insbesondere für wissenschaftliche Einrichtungen gesprochen.

Kurz darauf wurde ich studentischer Mitarbeiter an seinem Lehrstuhl und war unter anderem in der Arbeitsgruppe Elektronisches Publizieren tätig. Schnell wurde mir klar, welchen Anteil Herr Schirmbacher als Direktor des Rechenzentrums der Humboldt-Universität zu Berlin, dem Computer- und Medienservice, am Aufbau digitaler Informationsinfrastrukturen hatte. Vor allem der universitätseigene edoc-Publikationsserver galt lange Zeit als Vorreiter auf dem Gebiet des wissenschaftlichen Open-Access-Publizierens. Darüber hinaus galt Herr Schirmbacher als eine treibende Kraft in überinstitutionellen Netzwerken, wie beispielsweise dem Verein Deutsche Initiative für Netzwerkinformation (DINI).

Zurzeit arbeite ich als Mitarbeiter in dem DFG-Projekt Elektronische Dissertationen Plus (eDissPlus) dessen Beantragung maßgeblich auf eine Initiative von Herr Schirmbacher zurückgeht. Ein Ziel des Projektes ist es, den edoc-Publikationsserver für die Veröffentlichung von Forschungsdaten weiter zu entwickeln. Daher bin ich sehr stolz, dass ich bei meiner vorerst letzten Begegnung mit Herrn Schirmbacher als Gast in seine Vorlesung zur digitalen Informationsversorgung eingeladen wurde, um von den ersten Zwischenergebnissen des neuen Projektes zu berichten.

Mit der Verabschiedung von Peter Schirmbacher geht ein wichtiger Impulsgeber für unsere Profession in den Ruhestand. Ich wünsche ihm die gleiche Energie für neue Herausforderungen.

Michael Kleineberg